Historie

Ein Foto von historischer Bedeutung

Dieses Foto stellt eine Szene aus der Gründungssitzung des MGV Loope im Jahre 1967 dar.

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Bei den abgebildeten Sängern der ersten Stunde handelt es sich um
(von links nach rechts):
Rainer Niklas, Hermann Eischeid, Paul Kippels, Erwin Klug, Josef Rother,
Willi Pollerhoff, Fritz Fischer, Karl Lenz, Hans Koenen, Gottfried Höck,
Horst Dresbach

Sangesfreudiges Loope

Die Looper Bevölkerung war schon sehr früh und aktiv dem Gesang zugetan. Das belegt die Chronik des Kirchenchores Loope, die ab 1885 niedergeschrieben wurde.
Bereits ca. 1850 gab es in Loope einen Gesangverein, welcher der ehemalige Lehrer Matey aus Loope und später der Hauptlehrer Günter aus Loope führte. In diesem Gesangverein war schon in jungen Jahren Gerhart Rottländer von Oberschelmerath als Sänger aktiv. Näheres ist leider hierüber nicht bekannt. Bekannt ist jedoch, dass dieser Gesangverein sich Ende der 70-iger Jahre aufgelöst hat.
Im Jahre 1887 gründete dann dieser Gerhart Rottländer, Grubensteiger der Grube Bliesenbach mit noch sieben Kameraden einen „Bergmännischen Gesangverein“. So findet sich in der vom damaligen Gründungsmitglied und Schriftführer Josef Schumacher aus Dumpe (*9. Sept. 1871) verfassten Chronik aus den Jahren 1885 – 1945 gleich auf Seite 1 folgender Eintrag über die Gründung dieses Chores in Loope:

Chronik im Jahre 1885

Im Jahre 1885 verkaufte der Besitzer der alten Grube Bliesenbach Herr Mülenz zweien Gebrüder Hoffmann mit Namen die Grube. Einer von den Brüdern war Gutsbesitzer in Ostpreußen und der Zweite war Rittmeister bei den Bonner Husaren. Damals kam die Grube zu einer Höhe, wiewohl nie zuvor, und hatte eine große Belegschaft auf zu weisen. Im Jahre 1887 gründete der Grubensteiger Gerhart Rottländer von Oberschelmerath ein Berg-Knappenverein und zu diesem Bergmännischen Vereine auch ein Bergmännischer Gesangverein und erkohr sich den Herren Aug. Miebach von Loope zum Dirigenten desselben. Dieser Verein hatte es sich zur Aufgabe gemacht, Bergmännische Lieder zu singen und vor zu tragen. Im Jahre 1888 sehen wir folgende Mitglieder in diesem Vereine:

August Miebach           Dirigent Loope
Gerhart Rottländer      Sänger Oberschelmerath
Heinrich Sohnen          Sänger Loope
Christian Roth              Sänger Perdt
Josef Menter                 Sänger Altenrath
Josef Schumacher         Sänger Loope
Wilhelm Holfs               Sänger Loope
Peter Schröder              Sänger Oberschelmerath

Ein Jahr später 1889 auch
Peter Schumacher         Sänger Loope

Weiter geht aus der Chronik hervor, dass im Jahre 1891 dann aus dem „Bergmännischen Gesangverein“ der „Männergesangverein Eintracht“ wurde. Alle bisherigen acht Mitglieder schlossen sich dieser Umbenennung an. So wurden auch weitere sieben neue Sänger angeworben. Von nun ab wurden jetzt neben den Bergmannsliedern besonders das Volkslied und die Rheinischen Lieder eingeübt.

Der Verein war schnell beliebt, veranstaltete jedes Jahr ein Konzert, sang bei Hochzeiten und pflegte die Geselligkeit auch unter sich.

Anfang des Jahres 1907 kam es zum Kirchenbau in Loope.
Der „Männergesangverein Eintracht“ mit damals 19 Mitgliedern ging über zum „Cäcilien Kirchenchor“ Loope, dem alle Mitglieder beitraten.

Der Gründer des „Bergmännischen Gesangverein“ war zu dieser Zeit jedoch sicher aus Altersgründen nicht mehr Mitglied und starb im März 1926.

So feierten die Herz-Jesu-Kirche Loope und der Kirchenchor „Cäcilia“ Loope auch 2007 ihr 100-jähriges Bestehen.

Dieser neu gegründete Kirchenchor trat bei der Grundsteinlegung der Kirche in Loope erstmals auf. Von nun an wurde in den Gottesdiensten gesungen.

Erst am 10. Oktober 1934 löste der „MGV Eintracht“ den Verein offiziell auf. Die Gründe für die Verzögerung sind der Chronik nicht zu entnehmen. An diesem Tag wurde dem „Cäcilien Kirchenchor“ Loope die gut erhaltene Fahne des „MGV Eintracht“ Loope mit allem Zubehör geschenkt, was die  Mitglieder des Kirchenchores sehr erfreute. Auch das gesamte Notenmaterial konnte der Kirchenchor übernehmen. Am 25. November 1935 wurde die Fahne nach entsprechenden Änderungen feierlich geweiht. Von nun an wurde die Fahne bei kirchlichen Feierlichkeiten stets getragen.

Dass auch die Frauen von Loope sangesfreudig waren, geht aus der Chronik ebenfalls hervor. So sang 1934 bereits der Jungfrauenchor Loope auf dem Weihnachts- und Dreikönigsfest mit dem Kirchenchor erstmals als gemischter Chor.

1967 trennten sich 13 Mitglieder vom Kirchenchor „Cäcilia“ Loope und gründeten den „MGV Loope 1967 e.V.“. Zu ihnen gehörte unter anderem der ehemalige Vereinswirt Karl Lenz, unser Ehrenmitglied Willi Pollerhof und die beiden Sänger Gottfried Höck und Hans Könen.

Der neue Chor mit seinem ersten Dirigenten Rolf Krieger hatte es sich zur Aufgabe gemacht, bei Veranstaltungen und Festen aufzutreten, wie schon 1887 bei der Gründung des „Bergmännischen Gesangverein“. Es wurden Konzerte mit und bei anderen Chören aufgeführt.

Beim Bezirksleistungssingen 1973 erwarb der MGV Loope den Titel eines Meisterchores, der im Jahre 1979 erfolgreich in Stolberg wiederholt werden konnte. Wegen der großen Anstrengungen und Strapazen beschränkte man sich von nun an auf Konzerte bei und mit Chören aus der näheren Umgebung, bei Hochzeiten, Silber- u. Goldhochzeiten, Jubiläen, bei der Totenehrung auf dem Friedhof, Veranstaltungen der Gemeinde, der Vereine und des Kreissängerbundes. Auch wurden die Kranken im Krankenhaus und die Kurgäste der Aggertalklinik mit unserem Gesang und mit Konzerten unterhalten.

Seit seiner Gründung 1967 bis 2010 hat der MGV noch nie versäumt, beim Seniorentag in der Weihnachtszeit in Loope aufzutreten. Dies hatte sich schnell herumgesprochen, so dass wir in verschiedenen Senioren- u. Pflegeheimen zu Sommerfesten oder Weihnachtsfeiern auch heute noch auftreten, um mit unserem musikalischen Beitrag die Anwesenden erfreuen.

Weitere Höhepunkte des MGV waren die Auftritte in der Residenz in Würzburg (Foto), das Konzert mit dem Rundfunk-Mädchenchor Wernigerode im Schloss von Wernigerode (Foto) und vor der Frauenkirche in Dresden.

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